Ausbildung, Dienst, Mitarbeit

 

Was könnte Ihr Benefit durch ein Ehrenamt bei uns sein?

Was wir Ihnen bieten:

  • sinnvolles Tun neben der Berufstätigkeit, dem Studium oder
  • eine neue Aufgabe, wenn die Kinder aus dem Haus sind und die Pensionierung bevorsteht
  • Gespräche mit den Anrufenden sowie die Erweiterung der eigenen Beratungs-und Seelsorgekompetenz stellen einen Gewinn für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung dar
  • intensive Ausbildung, fortwährende Begleitung durch Fortbildungen und Supervision
  • gutes Miteinander in der TelefonSeelsorge-Gemeinschaft

Sorgen kann man teilen. Und Sie helfen uns dabei!
Sie sind zwischen 25 und 65 Jahre alt und seelisch stabil und belastbar!? Sie besitzen die Fähigkeit und Offenheit, zuhören zu können? Dann haben Sie eine Leitung für jene frei, die wanken und wieder festen Boden unter den Füßen brauchen.
Erreichbar zu sein, fordert uns heraus. Wir suchen Sie dafür am Telefon - offenen Herzens – ehrenamtlich – regelmäßig.

Wir suchen Sie für eine mindestens dreijährige ehrenamtliche Mitarbeit, in der monatlich ca. 16 Stunden für die Beratungsarbeit und die begleitende Supervision und Fortbildung aufgebracht werden müssen (Infoblatt hier). Die Ausbildung wird nach 3 Jahren kontinuierlicher Mitarbeit zertifiziert und gilt als angesehene Qualifizierung im Kommunikationsbereich.

Sie wollen ehrenamtlich dabei sein? Dann lassen Sie sich von uns in 15 Monaten berufsbegleitend in Seelsorge und Beratung für diesen Dienst am Nächsten schulen. (Link zum Fragebogen)

Vor der Ausbildung laden wir Sie zu einem Zulassungsverfahren ein, an dem Sie die „Kultur“ der TelefonSeelsorge kennenlernen können und wir Sie. Danach entscheiden Sie und wir über die Frage Ihrer Teilnahme an Ausbildung und Ehrenamt.
Rufen Sie uns an unter: 0451- 302481oder per Email ts-luebeck@t-online.de
Wir freuen uns auf Sie!

Was uns unsere Ehrenamtlichen zu hören geben

Warum ich bei der TelefonSeelsorge mitarbeite

 

Das Telefon klingelt. Ich melde mich: die Telefonseelsorge ?!

Auch nach mehreren Jahren Dienst am Telefon ist ein Moment der Spannung in mir: Gerade haben Kinder sich einen Spaß gemacht und unter unserer Tel.Nr.- 08001110111 eine Pizza mit Salami bestellt.

Nun klingelt es wieder: welche Erwartung hat dieser Mensch am anderen Ende der Leitung. Hat er vielleicht schon länger mit dem Hörer in der Hand da gesessen, bis er die Nummer gewählt hat? Möchte er einen Rat? Evtl. nur eine Auskunft über eine Beratungsstelle, Hat er ein Beziehungs- problem, Stress am Arbeitsplatz ? Ist er einsam? Wie groß ist die Not. Eine Lebenskrise? Alles ist offen.

Die Tagesdienste (4 Stunden) bei der Telefonseelsorge haben oft andere Inhalte, als die in der Nacht. Am Tage ist es mehr Beratung und Begleitung, der allein lebende Mensch, der nur reden möchte über alltägliche Dinge, weil sonst niemand zuhört.

Ich mag die Nachtdienste. 12 Stunden sind lang, aber ein Mal im Monat auch für Berufstätige einzurichten

Die Nacht: Die Ruhe in einem sonst lebendigen Verwaltungshaus. Ich bin nur Ohr für den Anrufenden. Die Stille lässt mehr Bilder im Kopf erscheinen, manchmal habe ich den Eindruck, ich höre intensiver. Probleme haben in der Nacht eine andere Dimension, das kenne ich selber auch. Körperliche Schmerzen erscheinen stärker, der Mensch ist auf sich zurückgeworfen. Das Alleinsein, alles wird schier unüberwindbar, bis zur Panik.

Man muss bedenken, dass 50% der Lübecker Wohnungen von einem Menschen allein bewohnt werden. Einsamkeit vorprogrammiert.

Das anonyme Ohr meiner Kollegen und Kolleginnen ist offen, hin zu hören.Wir vermeiden die Anrufer mit Ratschlägen zu bombardieren, das haben sie schon mit andern Menschen genug erlebt. „Mach` dies, mach´jenes“. Wir wollen begleiten, manchmal reicht ein „mmh“, ich bin da ,ich höre, wie geht es ihnen jetzt? Habe ich verstanden, dass...

Wir Telefonseelsorger haben alle eine 12-monatige Ausbildung:Theoretische Themen wie...... .und Hospitationen.

Der Anfang ist ein Auswahltag, an den erinnere ich mich noch sehr gut. Da war ein Teilnehmer, ein Mann, der sagte: ich habe das geschafft in meinem

Leben, was ich wollte. Mir geht es gut. Jetzt will ich der Gesellschaft etwas wiedergeben. Ich dachte: super, ich kann genau das Gegenteil sagen, ich werde durchfallen. Es war nicht so.

Eigenes Leben mit Höhen und Tiefen, wie man evtl. Krisen, schlechte Zeiten erlebt, bewältigt hat. Das befähigt anderen Mensch voll Empathie zu begegnen, zu erahnen, wie groß die seelische Not ist Man kennt, weiß. Interesse am Menschen am anderen Ende der Leitung. Dieser lebt evtl. ganz anders wie ich, hat andere Prioritäten. Manchmal sage ich innerlich: Hilfe, da fehlen mir die Worte, das ist zu viel Leid.

Diese Floskel: „ich verstehe“ mag einem raus rutschen. Nur wenn ich z.B. noch kein Kind verloren habe, kann ich zwar erahnen wie immens die Trauer ist, aber nicht verstehen.

Aber oft möchte der Anrufende auch nur von dem Problem erzählen ,seine Gedanken dabei unbewusst ordnen, damit kommt er selber zu einer Lösung. Das kenne ich selber auch.

Wenn ich jetzt zurückblicke, dann muss ich feststellen, die Ausbildung und die folgenden Dienste haben mich als Mensch verändert. Ich respektiere (das ist manchmal nicht ganz leicht) daß meine Sicht, meine Orientierung die Dinge zu sehen und zu tätigen, nicht die einzig wahre Art und Weise. ist. Jeder schustert sich seine eigene Sicht. Wer bin ich den anderen verändern zu wollen, zu be- oder verurteilen zu wollen.

Manchmal, wenn ich nach Hause gehe und von den Lebens-schwierigkeiten, den psychischen Störungen anderer Menschen gehört habe , werde ich ganz bescheiden und frage mich, warum ich manchmal stöhne, jammere..

Die TS-Mitarbeiter berichten immer wieder, dass Ihnen die Ausbildung und die anschließenden Dienste am Telefon auch in anderen Bereichen – Familie, Arbeitsplatz, Freundeskreis- geholfen haben.

Ich bedanke mich manchmal bei den Anrufenden für das Vertrauen, das sie mir gegeben haben.. Denn am Telefon, total anonym, also ohne Namensnennung beiderseits, (es erscheint natürlich keine Tel.Nummer im Display), werden Gedanken, Befürchtungen oder Ängste ausgesprochen, die oftmals die engsten Familienangehörigen nicht wissen.

Es macht mich froh, wenn ein Anrufer sagt: so habe ich das noch nicht gesehen, jetzt bin ich ruhiger. Nachts: ich glaube jetzt kann ich schlafen, ich sehe weniger schwarz.

Am Schönsten ist es natürlich, wenn man sich lachend trennen kann.

Es gibt aber Gespräche, wo ich einsehen muss, ich habe nicht die richtigen Worte gefunden, wir zwei Menschen waren wohl von verschiedenen Sternen, in der Computersprache sagt man heute: nicht compatibel, Über solche Telefonate sprechen wir Mitarbeiter dann in einer Supervisionsgruppe um zu sehen, wo es „geklemmt“ hat. Das liegt schon mal am Mitarbeiter, der dann sagen muss: ja, da hätte ich nachfragen sollen, ob ich etwas richtig verstanden habe, ich war blockiert.

Da stehen schon mal eigene Lebensgeschichten im Weg. Wenn ich mir darüber klar werde, habe ich die Möglichkeit das nächste Mal anders zu reagieren. Das hilft auch mir, diesen blinden Fleck zu sehen, ihn -bildlich- zu beleuchten.

Ich habe diese Zeilen geschrieben, um Sie aufzufordern zu überlegen: könnte ich dieses Ehrenamt ( das ist es im wahrsten Sinne des Wortes) nicht auch ausüben?. Gehören Sie zu den Menschen,denen immer gesagt wird: Du kannst gut zu hören, du fängst nicht gleich an von dir selbst zu reden. Du bist ruhig. Du hast Zeit für mich.

Wenn Sie neugierig geworden sind, neugierig im besten Sinne auf andere Menschen und deren Leben und wenn Sie mittragen können, wenn das Leben schwerer wird, das Alleinsein groß ist, rufen Sie das Büro der Telefonseelsorge Lübeck (0451/77502) an. Wir senden Ihnen gern Informationsmaterial über die Ausbildung und über die Organisation etc. zu.

Sigrid Schumacher

___________

Die TS ist für mich eine enorme Bereicherung. Nicht nur im Hinblick auf den Inhalt und die Art des Ehrenamts, sondern ganz besonders auch durch die Menschen, die bei der TS arbeiten. Viele sind für mich Vorbilder, wie ich mit Älterwerden und schwierigen Lebenssituationen umgehen kann. Mich empfangen Wärme und Wohlwollen bei der TS, und das ist ein ganz starker Rückhalt auch für mich persönlich.

Davon einmal ganz abgesehen, ist die Qualität der Aus- und Weiterbildung bei der TS ganz hervorragend. In der Wirtschaft zahlt man für Ihre Seminare locker einige Tausend Euro.

Ich möchte mich wirklich ganz ausdrücklich bei Ihnen, Frau Böhrk-Martin, und allen Menschen um Sie herum für all das bedanken, was Sie für uns tun. Es ist eine große Leistung, die Sie sicherlich nicht nur während der offiziellen Arbeitszeit erbringen. Vielleicht sollte ich mich daher auch bei Ihrer Familie bedanken?

Und was ich auch noch sagen möchte: Die Räumlichkeiten sind wunderbar, und wir werden mit Getränken, Knabbereien und Süßigkeiten verwöhnt. Es steht immer eine frische Blume im Dienstraum. Es ist wirklich etwas Besonderes, zur TS dazu zu gehören.

Viele herzliche Grüße!

Ihre Inken Purschke

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Ich will deine Stimme hörn
(Text: HannaH Rau, Musik: Tim Bendzko)

driinnng (Telefonklingeln)             Hier ist die Telefonseelsorge Lübeck

Ja. Hallo? Hallo? Ich kann sie nicht verstehen?
hallo, ich hab da ein Problem?  ich habe ein Problem
Kann ich reden? Darf ich sie stören?
Haben sie Zeit? Können sie mich hören?
Ich bin froh, dass sie ran gehn, es dauerte so lang.
Wo bin ich gelandet, ich rufe aus Bayern an.
Mein Mann ist abgehaun, es gab großen Streit.
Ich bin immer ruhig geblieben, aber jetzt ist es soweit
es ist soweit es ist soweit

driinnng

Meine Mutter kann mich nicht verstehn
Meine Kinder wolln mich nicht mehr sehn
Ich geh auch nicht mehr vor die Tür
Alle sind sauer auf mich, ich schwör, ich  kann nichts dafür
So viele Jahre hab ich für sie geschuftet bis zuletzt
Und das ist der Dank! Ich bin so verletzt.
Wenn ich dann einmal einen Wunsch habe, einmal nur,
dann ist keiner da, dann steh ich allein auf weiter Flur

Refrain:
Ich will deine Stimme hörn        
deine Stimme hörn
will hörn, dass da jemand lebt
Ich will deine Stimme hörn
deine Stimme hörn
will hörn, dass da noch Leben ist

driinnng

Wieso meinen die, dass man mit so wenig Geld auskommen kann?
Das schafft doch kein Mensch, erst Recht kein Mann.
Aber trotzdem, ich bin doch auch aus Fleisch und Blut
Was sagen sie? Sie verstehn das gut?
Ich sehe den ganzen Tag fern. Das nervt mich total.
Und dann trink ich. Nicht viel. Es ist eine Qual.
Ich kann nicht  schlafen. Ich hab nichts mehr zu essen.
Manchmal denke ich, man hat mich vergessen.

driinnng

Hallo, Seelsorge? Meine Eltern sind immer noch nicht zu Haus.
Das ist schon in Ordnung, aber lang halt ich es nicht mehr aus.
Die arbeiten beide. Und ich war den ganzen Tag für meinen kleinen Bruder da.
Wenn das Amt das mitkriegt dann muss er ins Heim. Ich auch. Das ist  klar.
In der Schule geht es mir auch grad schlecht.
Wenn es mit mir zu Ende wär, dann wär mir das ganz recht.
Und jetzt hat mein Freund auch noch Schluss gemacht.
Einfach so. Mit einer SMS, gerade eben, heute Nacht.

driinnng

Entschuldigen sie, ich weiß nicht was ist los mit mir
Wieso ich so zitter, alle Gedanken im Kreis, alles dreht sich in mir/        hören sie zu?
der Frieden und die Tüten beim Penny und im Schnee liegt die Wahrheit
meine Freunde sind fröhlich, es ist Freitag und ich atme die Klarheit
Ich schreibe Gedichte ich les mal eins vor
Ich weiß ich will zu viel, Na klar, immer volles Rohr!
Hallo, jetzt lachen sie. Da steckt die Wahrheit drin
 Sagen sie bitte nicht, sagen sie nicht, dass ich spinn.

driinnng

Ich kann nicht mehr
Es ist …  schwer
Ich weiß nicht was ich sage
Ich habe
hier genug Tabletten liegen
vielleicht
will ich
mich nur verabschieden

Refrain:
Ich will deine Stimme hörn        
deine Stimme hörn
will hörn, dass da jemand lebt
Ich will deine Stimme hörn
deine Stimme hörn
will hörn, dass da noch Leben ist

Ich rufe häufig an, was soll ich sonst auch tun
Ich habe einfach viel zu viel Zeit um mich auszuruhn
Den ganzen Tag habe ich noch niemanden gesehen
Mich kann doch  sowieso keiner hier verstehn
Das weiß ja auch keiner, wie ich mich fühl
In mir drin ist es leer. Mein Herz ist ganz kühl.
Ich will nur einmal eine Stimme hören
Und hab doch so viel Angst ich könnte jemanden störn

Refrain:
Ich will deine Stimme hörn        
deine Stimme hörn
will hörn, dass da jemand lebt
Ich will deine Stimme hörn
deine Stimme hörn
will hörn, dass da noch Leben ist

HannaH Rau/April 2013





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